
Unsere Geschichte
Die Geschichte des Fachverbandes Getränkeschankanlagen
1937 bis heute
Mit inzwischen fast neun Jahrzehnten Verbandsgeschichte steht der Fachverband heute für Kontinuität, Fachkompetenz und die Weiterentwicklung der Branche. Bereits im Jahr 2012 wurde das 75-jährige Bestehen im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung in Koblenz gefeiert – ein Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft, während der Verband inzwischen auf sein 90-jähriges Bestehen zugeht.
Die Gründungsjahre 1937 bis 1945
Im Jahr 1937 wurde die Fachgruppe Getränkeleitungsreiniger in der Reichsgruppe Handwerk mit Sitz in
Hamburg gegründet. In dieser Zeit waren durch die Staatsmaschinerie klare Strukturen vorgegeben, und
die Chancen für eine Anerkennung der Getränkeleitungsreiniger als eigenständige Berufsgruppe standen
günstig. Alle anderen Vereinigungen im Bereich Schankanlagen mussten ihre Arbeit einstellen. Im Jahr
1942 wurden Vorschriften für die Ausbildung und Abschlussprüfung der Getränkeleitungsreiniger
erarbeitet. Mit der Zerstörung der Hamburger Geschäftsstelle im Zweiten Weltkrieg wurden jedoch alle
Bemühungen zur Profilierung des Berufsstands zunächst zunichtegemacht.
Der Neuanfang 1948
Durch unermüdlichen Einsatz gelang am 12. September 1948 in Düsseldorf die Neugründung des
Verbandes. Zur Betreuung der Mitglieder wurden in einzelnen Bezirken Vertrauensmänner eingesetzt. Die
Männer der ersten Stunde hatten kaum vorstellbare Schwierigkeiten zu bewältigen und kämpften um die
Anerkennung der eigenständigen Berufsgruppe.
Konsolidierung in den 1950er und 1960er Jahren
Im Jahr 1949 nahm der neue Schankanlagenausschuss (DAGsch) seine Arbeit auf, in dem der Fachverband
durch Vorstandsmitglieder vertreten war. 1960 schloss sich die bis dahin selbstständige Westberliner
Gruppe der Reiniger dem Hamburger Verband an. Das 25-jährige Jubiläum wurde 1962 in Hamburg
gefeiert. Der lange Kampf um die Anerkennung als eigenständige Berufsgruppe endete 1965 – gegen
heftigen Widerstand vieler Kollegen – mit der Eintragung in die Handwerksrolle B. Diese Entwicklung
enttäuschte viele, die sich eine vollständige staatliche Anerkennung erhofft hatten.
Neuausrichtung ab 1968
Nach 32 Jahren in Hamburg wurde die Geschäftsstelle 1968 nach Krefeld verlegt. Der neue Vorstand
stellte sich wichtigen Aufgaben: Die Mitglieder sollten näher zusammengebracht, Fachwissen vermittelt
und die Qualifikation vorangetrieben werden. Die ersten Lehrgänge konnten abgehalten werden, und
zahlreiche verbandsseitige Kooperationen erwiesen sich für die Mitglieder als nützlich. Weniger
erfolgreich verliefen die Annäherungsversuche an das deutsche Handwerk, dessen Vertreter sich
unflexibel zeigten.
Wichtige Meilensteine der 1970er und 1980er Jahre
Im Mai 1974 wurde beim Amtsgericht Krefeld der noch heute gültige Verbandsname „Fachverband
Getränkeschankanlagen e.V." eingetragen. Ein denkwürdiges Ereignis folgte 1975: Die „IG
Schankanlagenbauer und Instandhalter" und der Fachverband fanden zusammen. Ab 1976 wurde mit
Hochdruck an der Novellierung gesetzlicher Vorschriften mitgearbeitet. Die noch immer gültigen
Reinigungsverfahren von 1941 mussten an den Stand der Technik und Hygiene angepasst werden.
In den Folgejahren wurden verstärkt Schulungen angeboten. Das Ergebnis dieser Bemühungen war die
Schulung zum „Getränkefachwart", wodurch kontinuierlich die Qualität der Mitgliederarbeit verbessert
wurde. Vom 1. bis 3. Mai 1987 wurde unter großem Zuspruch das 50-jährige Bestehen in
Mönchengladbach gefeiert.
Die Wiedervereinigung und ihre Folgen
Im Jahr 1990, nur knapp ein Jahr nach der Wiedervereinigung, kam es zum Zusammenschluss mit den
Kollegen aus den neuen Bundesländern. In den darauffolgenden Jahren wechselte die Geschäftsstelle von
Mönchengladbach über Wiesbaden nach Abensberg (1994).
Professionalisierung in den 1990er Jahren
Der Vorstand verstärkte seine Bemühungen, das Image der Mitglieder zu stärken. Es wurde ein Berufsbild
entwickelt, weitere Qualifizierungsmaßnahmen geschaffen und die Zusammenarbeit mit Herstellern und
Behörden vertieft. Die chemisch-mechanische Schankanlagenreinigung wurde unter großen
Anstrengungen und gegen viele Widerstände etabliert und zeichnet bis heute die hohe Qualität der
Mitgliederarbeit aus.
Im Jahr 1996 präsentierte sich der Fachverband erstmalig mit einem eigenen Stand auf der „Brau" in
Nürnberg. Am 26. April 1997 fanden sich die Mitglieder zum 60-jährigen Jubiläum in Kassel zusammen.
Qualitätsmanagement und neue Anforderungen
Nach intensiver Vorbereitung wurde 1999 das Qualitätsmanagement-System ISO 9002 unter großer
Beachtung der Fachkreise eingeführt. Viele Mitglieder machten vom Angebot Gebrauch und ließen sich
ebenfalls zertifizieren. In den Jahren 1997/98 mussten neue gesetzliche Regelungen bewältigt werden.
Die Position des Sachkundigen wurde neu definiert, und die Mitglieder stellten sich durch Fortbildungen
den hohen Anforderungen.
Das neue Jahrtausend – Betriebssicherheit und Qualifizierung
Mit dem Inkrafttreten der Betriebssicherheitsverordnung und der befähigten Person am 1. Januar 2002
wurde der technische Bereich der Schankanlagenverordnung außer Kraft gesetzt. Der hygienische Teil galt
bis spätestens Juni 2005. Der Vorstand entschied, seinen Mitgliedern die Ausbildung zur befähigten
Person in eigener Regie anzubieten. Der überwiegende Teil der Mitglieder nahm an den Schulungen teil.
Im Fachverband ist heute die größte Anzahl an befähigten Personen für Getränkeschankanlagen
organisiert.
Zur weiteren Qualifizierung wurden drei Schulungsblöcke – Kaufmännisch, Technik und Biologie –
permanent durchgeführt. Im Jahr 2004 übernahm ein neuer Vorsitzender den QM-Zirkel, und die
Mitgliederzahl der zertifizierten Betriebe stieg weiter an.
Wegfall der Schankanlagenverordnung 2005
Mit dem endgültigen Wegfall der Schankanlagenverordnung 2005 stand vor allem die Schulung der
Mitglieder im Vordergrund. Rechtsvorschriften, Betriebssicherheitsverordnung, Prüf- und
Beurteilungspflichten, neues Lebensmittelrecht, Hygienevorschriften und die Gültigkeit der Technischen
Regeln mussten vermittelt werden, um die Mitglieder am Markt zu festigen. Die Zusammenarbeit mit
Behörden, Verbänden, Instituten, Brauereien und Verlegern wurde intensiviert.
Herausforderungen und Kontinuität ab 2009
Das Jahr 2009 brachte eine große Zäsur: Zum ersten Mal in der Verbandsgeschichte verlor der Verband
seine Führungskraft durch Krankheit. Diese Nachricht schockierte nicht nur Vorstand und Mitglieder,
sondern die gesamte Fachwelt. Vorstand und Mitglieder wurden aktiv, damit 2010 eine Neuwahl
stattfinden konnte.
Ausblick und Positionierung für die Zukunft
Der Fachverband hat sich für die Zukunft positioniert. Nicht reagieren, sondern agieren ist die Leitlinie.
Die weitere Qualifizierung der Mitglieder bleibt neben allen anderen Fragen die Hauptaufgabe.
Vorsitzende im zeitlichen Überblick mit Ort der Geschäftsstelle
• 1937 Kurt Stiedl – kommissarischer Leiter der Fachgruppe Getränkeleitungsreiniger
• 1948 Kurt Stiedl – 1. Vorsitzender bei der Neugründung
• 1968 Kurt Stiedl verstorben (Juni); Verlegung der Geschäftsstelle von Hamburg nach Krefeld
• 1990 Zusammenschluss West/Ost unter Albert Huppertz (West) und Bernd Becker (Ost)
• 1994 Verlegung der Geschäftsstelle nach Abensberg
• bis 2001 Othmar Thümmes – 1. Vorsitzender
• 2001 Reinhard Mertens – gewählt zum 1. Vorsitzenden
• 2003 Reinhard Mertens – bestätigt als 1. Vorsitzender, verstorben am 06.08.2009
• 2010 Birger Grote – gewählt zum 1. Vorsitzenden
• 2017 Umzug der Geschäftsstelle nach Erfurt
• 2021 Stefan Brand - gewählt zum 1. Vorsitzenden
























